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Zwischen Rollen, Ruinen und Hoffnung – A Spell Inside überzeugen mit „LAST

Ein reifes Synthpop-Album zwischen Clubenergie, Melancholie und ehrlicher Selbstreflexion

Jonas von Jonas
Dezember 15, 2025
in Rezensionen
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Zwischen Rollen, Ruinen und Hoffnung – A Spell Inside überzeugen mit „LAST
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A Spell Inside – LAST (2025)

Rezension von Jonas

Mit „LAST“ melden sich A Spell Inside eindrucksvoll zurück – nicht mit einem lauten Paukenschlag, sondern mit einem Album, das sich Zeit nimmt, wirkt und genau dadurch lange nachhallt. Es ist ein Werk, das zwischen Clubtauglichkeit und innerer Einkehr pendelt, zwischen Bewegung und Stillstand, zwischen Vergangenheit und dem Versuch, nach vorne zu schauen. LAST fühlt sich wie ein bewusst gesetzter Endpunkt an – nicht als Abschluss, sondern als Moment des Innehaltens.

Der Opener „Faces“ ist dafür perfekt gewählt. Eine Mid-Tempo-Nummer, die sofort vertraut klingt und doch frisch wirkt. Besonders im Refrain öffnet sich der Song wunderschön und entwickelt echten Ohrwurmcharakter. Inhaltlich geht es um die vielen Rollen, die wir im Leben spielen – und darum, wie leicht man sich selbst dabei verlieren kann. „No time to remember what we’re searching for“ bringt dieses Gefühl auf den Punkt. Für mich einer der stärksten Songs des Albums und ein Opener, der sofort emotional abholt.

Mit „City of Reborn“ zieht das Tempo spürbar an. Treibende Beats und Basslines verleihen dem Song deutlich mehr Club-Power. Bildlich zeichnet der Track eine feindselige, leblose Stadt, aus deren Ruinen dennoch etwas Neues entstehen kann. Dunkel, aber nicht hoffnungslos – ein Motiv, das sich durch das ganze Album zieht.

„One More Century“, kurz vor Release als Single erschienen, ist einer dieser Songs, die sofort im Ohr bleiben. Die Melodie greift schnell, der Aufbau ist klar und effektiv. Ein Track, der live wie im Club hervorragend funktionieren dürfte und zeigt, wie sicher A Spell Inside mit eingängigen elektronischen Strukturen umgehen.

Mit „Brighter Than the Sun“ wird es ruhiger – aber nicht weniger intensiv. Eine verträumte Synthpop-Nummer, die alte Magie in die Gegenwart holt. Hier geht es weniger um Tanzfläche, mehr um Atmosphäre. Gänsehaut stellt sich fast automatisch ein, getragen von warmen Sounds und einer sehr emotionalen Grundstimmung.

„All Lies in Beauty“ zieht das Tempo wieder an, fällt für mich aber im direkten Vergleich etwas ab. Instrumental sauber und solide, aber ohne die emotionale Tiefe der stärkeren Albumtracks. Kein Ausfall, eher ein Song, der im Gesamtkontext etwas weniger Gewicht bekommt.

Ganz anders „Love Will Remain“ – einer meiner persönlichen Favoriten. Der Song baut erneut eine sehr harmonische elektronische Stimmung auf, getragen von einem Refrain, der hängen bleibt:
„Go my way – no need to stay… Just trust my heart. Love will remain.“
Hier trifft Melancholie auf Hoffnung, genau diese Balance beherrscht die Band besonders gut.

Mit „Universe 25“ folgt der kürzeste Track des Albums. Ein mystisches, spaciges Instrumental mit dezenten Vocal-Samples, das perfekt zum Artwork passt. Der Song wirkt wie ein atmosphärischer Übergang – nicht zentral, aber sehr stimmig.

„Celebrate the Past“ versprüht sofort 80er-Vibes. Soundauswahl und Bassline sind klar nostalgisch angelegt – und das ist auch gewollt. Der Song blickt zurück auf Erinnerungen aus dem Jahr 1985, auf Nächte voller Bewegung und Lebendigkeit. Eine schöne Hommage an frühere Zeiten, ohne kitschig zu wirken.

„Illusion“ sticht für mich klar heraus. Die Leads im Refrain und in der Bridge geben dem Song eine eigene Identität. Er wirkt anders als vieles zuvor auf dem Album, baut eine besondere Stimmung auf und gehört für mich definitiv zu den Highlights.

„Hunting You“ liefert solide A-Spell-Inside-Kost. Gut gemacht, stimmig, aber ohne den besonderen Moment, der ihn aus der Masse der starken Songs heraushebt.

Mit „We Are One“ wird es ruhig und bedächtig. Der Song beginnt zurückhaltend, fast schwebend, bevor in der Mitte der Beat einsetzt und dem Stück mehr Energie verleiht. Die Lyrics wirken verbindend, fast tröstend. Eine E-Gitarre fügt sich organisch ein und verstärkt den emotionalen Charakter. Ein Song zum Schwofen – Feuerzeug-Moment inklusive.

„Still jetzt“ ist der einzige deutschsprachige Track auf dem Album – und einer der eindrucksvollsten. Die Vocals transportieren spürbaren Ärger und Dringlichkeit.
„Ich lauf, lauf, renne und komme nie an…“
Der Song bleibt sofort im Ohr, ist energiegeladen und direkt. Für mich einer der stärksten Titel auf LAST.

Die beiden Edit-Versionen „Faces (Edit)“ und „Hunting You (Edit)“ bieten alternative Fassungen, die sich gut ins Album einfügen, ohne neue Akzente zu setzen.

Den Abschluss bildet „Boundary 25“ – ein würdevoller, atmosphärischer Ausklang. Ein starkes Instrumental mit gewohnt guter Vocal-Performance, das das Album ruhig und rund beendet.

Ein konstanter Fixpunkt bleibt für mich die Stimme: Die Vocals gefallen mir seit jeher sehr gut und sind auch auf LAST wieder ein echter Pluspunkt. Sie wirken reif, souverän und transportieren die Emotionen der Songs mühelos – eine Stimme, der man einfach gerne zuhört.

Fazit

LAST ist ein reifes, emotionales und in sich stimmiges Album. A Spell Inside setzen nicht auf große Experimente, sondern auf Gefühl, Atmosphäre und starke elektronische Songs. Die Highlights sind klar gesetzt, kleinere Schwächen fallen kaum ins Gewicht. Wer Synthpop mit Herz, Clubtauglichkeit und Tiefe schätzt, wird hier definitiv fündig.

Anspieltipps:
Faces · Love Will Remain · Illusion · Still jetzt · Brighter Than the Sun

Die Rezension

Last

84% Wertung

LAST ist kein Album für den schnellen Effekt, sondern eines, das wächst. A Spell Inside zeigen sich emotional, reflektiert und musikalisch sehr sicher. Kleine Schwächen ändern nichts daran, dass hier ein starkes, rundes Synthpop-Album vorliegt.

PROS

  • Mehrere starke Highlights wie „Faces“, „Illusion“, „Love Will Remain“ und „Still jetzt“
  • Sehr gutes Gespür für Atmosphäre und emotionale Spannungsbögen
  • Die Stimme ist nach wie vor großartig, angenehm und emotional

CONS

  • „All Lies in Beauty“ bleibt hinter dem restlichen Album etwas zurück
  • Das ist klassische A-Spell-Inside-Kost: solide, emotional und eingängig – funktioniert nach wie vor sehr gut, lässt aber die ganz große Weiterentwicklung vermissen.

Fazit

  • Songwriting & Komposition 0%
  • Produktion & Sounddesign 0%
  • Stimmung & Atmosphäre 0%
  • Originalität & Wiedererkennungswert 0%
  • Abwechslung & Dynamik 0%
Tags: ElectropopFuture PopSynthpop
Jonas

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