Absurd Minds – Confessions (2025)
Rezension von Alex
Absurd Minds haben mit Confessions ein Album geschaffen, das sich nicht einfach hören lässt, sondern erlebt werden will. Für mich ist das keine gewöhnliche Veröffentlichung, sondern ein Werk, das sich langsam entfaltet, Schicht für Schicht, wie ein innerer Dialog, der mit jedem Durchlauf intensiver wird. Confessions fühlt sich an wie ein nächtlicher Spaziergang durch fremde Gedankenräume, getragen von einem Sound, der gleichzeitig kraftvoll, warm und zutiefst menschlich ist.
Was sofort auffällt, ist diese unglaubliche Dichte. Die Drums wirken wie ein pulsierendes Bollwerk, durchgehend präsent, energetisch, treibend, aber nie erdrückend. Sie geben dem Album eine enorme Stabilität, auf der sich atmosphärische Flächen und exquisite Leads entfalten dürfen. Und genau diese Leads sind es, die bei mir immer wieder Nostalgie auslösen. Es gibt Momente, in denen ich mich an die goldenen Amiga Zeiten erinnert fühle, an epische Soundwelten, an dieses spezielle Gefühl, das Spiele wie Shadow of the Beast damals erzeugt haben. Diese Mischung aus Dunkelheit, Mystik und Schönheit zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album.
Der Opener Where Shadows Dance ist dafür das perfekte Tor in diese Welt. Der Song beginnt emotional, fast schwebend, mit Gänsehaut Flächen und Leads, die sofort Bilder im Kopf erzeugen. Hier wird nicht einfach ein Album gestartet, hier wird ein Raum geöffnet. Die Lyrics sprechen von Dunkelheit, Angst und Schmerz, aber auch von Zusammenhalt und dem Gefühl, lebendig zu sein. Es ist dieser Kontrast, der sofort fesselt. Für mich ist das einer der stärksten Einstiege, die Absurd Minds je geschrieben haben.
Mit Confession folgt direkt einer der zentralen Songs des Albums. Die Soundauswahl ist schlicht herausragend. Kraftvoll, klar, gleichzeitig warm und tief. Der Refrain brennt sich fest, nicht nur melodisch, sondern auch inhaltlich. We are human zieht sich wie ein Mantra durch den Song und bringt genau das auf den Punkt, worum es auf Confessions geht. Um Menschlichkeit in einer Welt voller Zweifel, Kontrolle und Überforderung. Für mich ist dieser Track ein absoluter Höhepunkt und völlig zurecht als Single gewählt worden.
Lies schlägt dann eine deutlich wütendere Richtung ein. Hier spürt man förmlich den Frust, die Rebellion, das Aufbegehren gegen Manipulation und Kontrolle. Die Vocals sind rauer, aggressiver, besonders im Refrain. Gleichzeitig bleibt das Soundkonstrukt unglaublich präzise. Alles greift ineinander, nichts wirkt überladen. Dieser Song zeigt sehr deutlich, wie gut Absurd Minds Härte und Atmosphäre miteinander verbinden können.
Samsara ist für mich ein cineastisches Meisterstück. Der Song startet episch, fast monumental, und entwickelt sich dann zu einer Art Heldenreise. Ich sehe beim Hören Bilder, Bewegungen, Landschaften. Der Track wirkt groß, ohne pompös zu sein. Er erzählt vom Scheitern, vom Wiederholen, vom Weitergehen. Soundtechnisch ist das eine Offenbarung und definitiv eines der Highlights des Albums.
Mit Gimme Shelter nimmt das Album bewusst Tempo raus und schenkt dem Hörer Raum zum Atmen. Der Song ist langsamer, wärmer, emotional sehr offen. Die Stimme passt hier perfekt, trägt den Song mit einer Selbstverständlichkeit, die mich jedes Mal aufs Neue beeindruckt. Die Atmosphäre ist dicht, aber nicht schwer. Für mich einer dieser Songs, bei denen man unweigerlich kurz innehält.
Fractured zieht das Tempo danach wieder an und bringt eine enorme Bewegungsenergie mit. Das ist ein Song, der nach nächtlichen Autofahrten schreit, laut, treibend, mit einem Refrain, der sofort im Ohr bleibt. Hier verbinden sich Tanzbarkeit und Aussage auf eine sehr natürliche Art.
Advance fügt sich als solide Mid Tempo Nummer hervorragend ins Album ein. Dezente Gitarren, ein klarer Rhythmus, ein Song, der nicht heraussticht, aber genau dadurch wichtig ist. Er hält den Fluss aufrecht und unterstreicht die inhaltliche Klammer des Albums, nämlich Dialog statt Spaltung.
Promised Land bringt die Gänsehaut Atmosphäre zurück. Flächen, wuchtige Drums, ein Refrain, der Hoffnung und Zweifel zugleich transportiert. Die thematische Auseinandersetzung mit Körper, Geist, Technologie und Ewigkeit passt perfekt in die Welt von Confessions. Für mich einer der emotionalsten Tracks des Albums.
Reshaped wirkt wie ein innerer Prozess, ruhig beginnend, sich stetig steigernd, getragen von starken Leads und viel Tiefe. Der Song fühlt sich fast meditativ an und unterstreicht erneut die spirituelle Ebene des Albums.
Karma beginnt überraschend sanft mit Piano und entwickelt sich dann zu einem dieser Momente, bei denen mir tatsächlich die Ohren vor Freude weinen. Epische Leads, kraftvolle Drums, ein Song, der alles vereint, was Confessions ausmacht. Für mich ganz klar einer der absoluten Favoriten.
LoudnCharged bildet einen würdigen Abschluss. Der Song feiert das Album, ohne pathetisch zu werden. Atmosphäre, Energie und ein epischer Refrain lassen Confessions nicht ausklingen, sondern nachhallen. Als würde man nach dem letzten Ton noch lange in dieser Welt bleiben wollen.
Was Absurd Minds hier abliefern, ist für mich nichts weniger als das beste Album des Jahres 2025. Confessions ist ein Werk, das musikalisch und emotional Maßstäbe setzt. Es verbindet Dark Electro Wurzeln mit cineastischer Tiefe, nostalgischen Momenten und einer beeindruckenden Eigenständigkeit. Stefan Großmann, Tilo und Nick erschaffen hier etwas, das weit über Szenegrenzen hinaus Bestand haben wird.
Confessions ist kein Album für den schnellen Konsum. Es ist ein Album zum Eintauchen, zum Nachdenken, zum Fühlen. Und genau deshalb ist es für mich das stärkste, reifste und berührendste Werk, das Absurd Minds je veröffentlicht haben.
Die Rezension
Confessions
Confessions ist ein Album, das bleibt. Klanglich opulent, emotional tief und konzeptionell geschlossen. Für mich das stärkste Werk von Absurd Minds und das beste Album des Jahres 2025.
PROS
- Überragende Soundarchitektur mit ikonischen Leads, mächtigen Drums und starker Atmosphäre
- Emotional und inhaltlich außergewöhnlich dicht, ohne jemals kitschig zu wirken
- Durchgehend hohes Niveau mit mehreren absoluten Highlights wie Confession, Samsara, Karma und Where Shadows Dance
CONS
- Die enorme Dichte kann für Hörer, die klare Clubtracks erwarten, stellenweise fordernd sein
Fazit
- Songwriting & Komposition 0%
- Produktion & Sounddesign 0%
- Stimmung & Atmosphäre 0%
- Originalität & Wiedererkennungswert 0%
- Abwechslung & Dynamik 0%







